Samstag, Mai 19, 2012

Este

Este
Das Echo der mittelalterlichen Zauberwelt ertönt zwischen den Ruinen der Burg der Marchesen, doch die Atmosphäre ist nicht bedrohlich. Vom Gebäude bleiben nur die imposanten und etwa ein Kilometer langen Mauern zurück, die von zwölf Wachtürmen und zwei Haupttürmen unterbrochen werden.
Darin befindet sich ein öffentlicher Park, eine mit Statuen aus dem 18.Jahrhundert, verzierte italienische Gartenanlage. Wir befinden uns in Este, im Hoheitsgebiet von Padua, in einem Talbecken, das den Schutz der euganeischen Hügel genießt. Der Name des Städtchens, ein wichtiges ziviles und religiöses Zentrum der Paläoveneter, ist auf die antike Bezeichnung des Etschflusses (Athesis, daher Atheste, auf ital. Adige) rückführbar. Im Mittelalter wurde es, wie auch die nahen Städte Montagnana und Monselice, eine Festungstadt.
Im Gegensatz zu den beiden anderen Orten war Este jedoch nie kriegerisch gestimmt. Die Venezianer siedelten sich im Jahre 1405 in diesem Gebiet an und das Städtchen erlebte eine wirtschaftliche, künstlerische und kulturelle Hochzeit. Zahlreiche Gebäude, denen man an den Straßen und gepflasterten Plätzen begegnet, schildern die zivile und religiöse Vergangenheit von Este. Der bedeutendste Teil seiner Geschichte, die Altsteinzeit, verwahrt der Palazzo Mocenigo, Sitz des nationalstaatlichen Archäologiemuseums von Atheste, das mit seinen vorrömischen Sammlungen eines der wichtigsten Italiens ist. Este gilt auch als die "Wiege" der venetischen Kultur, deren Ursprünge von den bedeutsamen Fundstücken bezeugt wird, die man in diesen Museumssälen bewundern kann. Im Dom von Santa Tecla, der Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts auf den Trümmern einer frühchristlichen Basilika wieder aufgebaut wurde, ist die kostbare Leinwand von Giambattista Tiepolo "Die Heilige Thekla betet für die Pestkranken" exponiert. Die etwa vier Jahrhunderte andauernde venezianische Herrschaft ist an den bewundernswerten schönen Palazzi, der äußerst zentral liegenden Piazza Maggiore (darunter das Rathaus, ein elegantes Gebäude mit Loggia, und das Scaliger-Palais aus dem 14. Jahrhundert) und an den schönen Villen deutlich sichtbar. Erwähnenswert sind die Villa Kunkler, berühmt für ihre Gäste Byron und Shelley, Villa Comaro-Benvenuti, Villa Contarini-Gagliardo und Villa Zenobio-Albrizzi.
Heute ist Este ein bedeutendes Produktionszentrum hochwertiger Kunstkeramik. Ein bevorzugtes Reiseziel vieler Touristen, die dank ihrer geografischen Lage im Regionalpark der euganeischen Hügel, der Nähe zu den Thermen und anderen wichtigen Kunststädten, einen ungestörten Urlaub verbringen möchten.
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